Project Caribbean 2003

Antigua

17. / 18. Februar 2003

Copper and Lumber Store Hotel
English Harbour im Dämmerlicht
reger Verkehr im sichersten Hafen der Welt

Nach der Rueckgabe unseres Mietwagens in Guadeloupe, den wir mit Liebe und im Schweisse unseres Angesichts mit Hochdruck geputzt, gewaschen und gewienert haben, damit die Spuren unserer Schlammwanderungen beseitigt wuerden, begaben wir uns auf einen denkwuerdigen Flug mit einer winzigen Maschine mit sage und schreibe Platz fuer ca. 12 Personen, die den kleinen aber waghalsigen Sprung ueber das karibische Meer von Guadeloupe nach Antigua wagte. Der Platz in der ersten
Reihe ermoeglichte mir eine gute Beobachtung auf die Piloten, die keine Armlaenge von mir entfernt sassen. Der Platz erforderte aber auch gleichzeitig die Aufgabe, nach hinten rutschende Pilotenhandbuecher, Navigationskarten etc. von
ihrem Weg in die Kabine aufzuhalten und gab mir die ehrwuerdige Pflicht, die Passagierliste und den braunen Umschlag FLIGHT ASSIGNMENT zu ueberreichen. Nach spannenden 20 Minuten erreichten wir die Kueste von Antigua und hatten
das Glueck, dass uns unser Weg direkt ueber English Harbour fuehrte, den wohl bei Seglern beruehmtesten und am besten vor Hurrikanen geschuetzten Yachthafen der Welt! Diese Aussicht wuerden wir noch aus den verschiedensten Perspektiven betrachten.

Die Einreise nach Antigua erforderte die selben Nerven wie jede Einreise in ein britisches Land und nach einigen Formularen und Stempeln standen wir in der Ankunftshalle des Flughafens VC Bird Intl. - also sozusagen mitten auf der Strasse. Ein kleines Tuerchen oeffnete die Welt der Mietwagen und wir erstanden fuer teures Geld ein billiges Auto, naemlich einen uralten Toyota mit
gebrochener Sitzlehne des Fahrersitzes, einer herunterhaengenden Stossstange hinten und einem jammernden Motor, der in der Position P des Automatikgetriebe eine Ganzkoerpermassage der Passagiere beinhaltete, so sehr litt er an Vibrationen. Anyway, die Karre brachte uns um die kleine, karge Insel, die eigentlich ausser der Kuestenlinie nicht viel zu bieten hat, ausser man reist wegen windschiefer Huetten und Dornengestruepp in die Karibik... Nach wenigen Meilen erreichten wir jedoch English Harbour und unser nobles und geschichtstraechtiges Hotel Admiral's Inn und wanderten sogleich auf Nelsons Spuren. Dieser kleine Flecken namens Nelson's Dockyard beinhaltet sozusagen die ganze Geschichte der fruehen Seefahrt in der Karibik und der britischen Flotte im Kampf gegen die Spanier und ist heute formidabel herausgeputzt. Haetten wir nur bloss frueher das richtige Hotel ausgesucht, denn etwas besser erhaltenes wie das "Copper and Lumber Store Hotel" habe ich kaum gesehen, mit Zimmern in massivem
Holz, das sich um die original erhaltenen Steinwaende schmiegt, in dunklen Holzmoebeln eingerichtet und auf zwei Stockwerke (!) verteilt... sie haben uebrigens auch die besten Schokoladen Brownies...

Verlassen wir die Staette selber und erheben uns auf den majestaetischen Aussichtspunkt Shirley Heights einige hundert Meter auf einem umliegenden Huegel, der einen perfekten Ausblick ueber besagten Hafen bietet, und lassen einen Sonnenuntergang an uns vorueberziehen, begleitet vom unter Fanfaren einlaufenden Dreimaster, der Schutz fuer die Nacht (und fuer seine zahlungskraeftigen Passagiere...) sucht. Nach Einbruch der Nacht geniesst man dann die britische Geselligkeit in einem Pub oder Inn im Hafen selber und eroeffnet den naechsten Morgen nach admiralischer Nachtruhe mit Gebaeck aus der original alten
Hafenbaeckerei, bevor man bei wechselnden Winden sein Schiff (also unseren Toyota) ueber die Schlaglochpisten peitscht, um weitere Flecken von Bucht, Bay and Bight zu erblicken, bevor einen die Ausreisetaxe und die Stewardess beim Check In in die Realitaet zurueckholt..

 

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