Basilica di San Clemente: 12. Jahrhundert.
Die Basilika aus dem 12. Jh. wurde 1667 als Schenkung den Dominikanern vermacht. Der Zugang erfolgt von der Piazza di San Clemente und führt auf den einzigen in Rom erhaltenen mittelalterlichen Hof. Dieses Atrium ermöglicht den Zugang zur Basilika, welche dem Grundriss jener aus dem 4. Jh. folgt. Sie verfügt über drei Kirchenschiffe, ein Mittelschiff und zwei Seitenschiffe und zeigt die Raumaufteilung einer frühchristlichen Kirche. Der Altar steht unter einem Triumphbogen, die Kathedra des Bischofs auf einem Podest in der Apsis. Die schwere Kassettendecke verdankt man ebenfalls Papst Clemens und dem Architekten Carlostefano Fontana. Insgesamt finden sich in der Basilika 10 Fresken im Hauptschiff, welche wie viele andere Bestandteile der Kirche erst später hinzugefügt wurden.

Schola Cantorum

Die
Basilika aus dem 12. Jh. wurde 1667 als Schenkung den Dominikanern vermacht.
Der Zugang erfolgt von der Piazza di San Clemente und führt auf den einzigen
in Rom erhaltenen mittelalterlichen Hof. Dieses Atrium ermöglicht den Zugang
zur Basilika, welche dem Grundriss jener aus dem 4. Jh. folgt. Sie verfügt
über drei Kirchenschiffe, ein Mittelschiff und zwei Seitenschiffe und zeigt
die Raumaufteilung einer frühchristlichen Kirche. Der Altar steht unter
einem Triumphbogen, die Kathedra des Bischofs auf einem Podest in der Apsis.
Die schwere Kassettendecke verdankt man ebenfalls Papst Clemens und dem Architekten
Carlostefano Fontana. Insgesamt finden sich in der Basilika 10 Fresken im Hauptschiff,
welche wie viele andere Bestandteile der Kirche erst später hinzugefügt
wurden.
Es gab umgekehrt aber auch Elemente der alten Basilika, die im Jahre 1100 in
die damals neue Kirche übernommen wurden. Das wichtigste dieser Bauelemente
ist die Schola Cantorum, das Chorgeviert in der Mitte der Basilika. Der Chor
wurde von Papst Johannes II. für die alte Basilika gestiftet, der nach
der Wahl seinen heidnisch klingenden Namen Mercurius ablegte und so das Beispiel
für alle weiteren Päpste schuf, einen neuen Namen anzunehmen. Sein
Monogramm ist an zwei Stellen zu sehen: An der Chorwand und an der durchbrochenen
Schranke, die den Altarraum von der übrigen Kirche trennt. Das Chorgeviert
wurde in der alten Kirche auseinandergenommen und in der neuen Basilika wieder
aufgestellt. Die Teile des Sängerchores sind bis heute dieselben, auf den
schmalen Pfeilern, welche die viereckigen Felder verbinden, sieht man deutlich
den Fisch, die Taube und die Rebe, die frühchristlichen Symbole für
Christus, Frieden und Eucharistie. Das fischsymbol war das wichtigste. Die Schola
Cantorum ist aber nicht genau nach der ursprünglichen Anordnung in der
unteren Basilika wieder aufgestellt worden: Einzelne viereckige Felder der Umrandung
im Jahre 1100 ausgelassen werden, da der zur Verfügung stehende Raum im
Hauptschiff kleiner war als in jenem der unteren Basilika. Ferner wurde auf
der linken Seite ein zweiter Ambo (Kanzel) hinzugefügt und eine Osterkerze
aufgestellt.
Auch in San Clemente findet sich eine Kathedra, der Thronsessel des Bischofs
in der Mitte der Apsis als Zeichen der apostolischen Autorität. Hier nahm
ausnahmslos der Bischof Platz und verkündete die Auslegung der hl. Schrift.
Unmittelbar oberhalb des Stuhles befindet sich das grosse Fresko des 12. Jh.,
das den Herrn, die Mutter Gottes und die Apostel darstellt. Übertroffen
wird es noch von jenem Mosaik, das die eigentliche Krönung der ganzen Basilika
verkörpert. Die Motive folgen hier getreu der Überlieferung des 4./5.
Jh. Es galt oft als kleine Wiedergabe des Mosaiks in der Apsis der unteren Basilika,
da die Auffassung des Kreuzes als Baum des Lebens, auf den Hügel des von
Christus wiederrichteten Paradieses gepflanzt, zu sehen ist. Doch Neufassungen
von ursprünglichen Motiven im 12. Jh. zeigen einen Widerspruch zu dieser
Originalauslegung. Über dem Baum des Lebens folgt die Hand Gottes in einem
gestirnten Himmelszelt und über all dem das Zeichen des Kreuzes selbst,
das Monogramm Christi eingeschlossen in eine ovale Scheibe, den Sieg des Lebens
über den Tod. Rechts, im Nordschiff, die Kapelle des hl. Johannes und im
Südschiff die Rosenkranzkapelle (Boyle 1989).



weiterführende allfällige Literatur (italien.)
Basilica di San Clemente: 4. Jahrhundert (1. Untergeschoss)

Die
Basilika aus dem 4. Jahrhundert befindet sich direkt unterhalb der heute an
der Erdoberfläche stehenden aus dem 12. Jh. Der Eingang liegt an der rechten
Seite neben der Dominikus-Kapelle. Die Treppe, die hinunter führt, wurde
im Jahre 1866 errichtet. Hier findet man die Inschrift der Einweihung der Basilika
unter Papst Siricius (384-399). Das Nordschiff der Basilika ist Schauplatz der
grossen Entdeckungen von Mullooly im Jahre 1857. Er begann, die rechte Wand
zu durchbrechen und grub sich unter der Apsis weiter, bis er vier Jahre später
im Südschiff an der Via San Giovanni in Laterano wieder an die Oberfläche
kam. Da die finanzielle Unterstzützung seiner Arbeiten nun ausblieb, arbeitete
er fortan auf eigene Faust weiter. Bis 1870 übertraf er alle Erwartungen
und konnte die gesamte untere Basilika sowie sogar einen Teil des Mithrastempels
ans Tageslicht bringen. Vier Säulen bildeten einst den Eingang zum Mittelschiff,
doch Papst Leo IV liess sie nach einem Erdbeben im Jahre 847 aus Angst vor dem
Einsturz einmauern. Die dem Mittelschiff zugewandte Seite der neuen Mauer wurde
mit Fresken geschmückt. Eines davon ist die Errettung eines Kindes aus
den Fluten des Asowschen Meers. Die Begebenheit ist Beschrieben in den Acten
des hl. Clemens, der auf der Krim in Verbannung war. Er selbst ist im Medaillon
dargestellt, dessen in Kreuzform gehaltene Inschrift lautet: Me prece querentes
estote nociva caventes: Im Gebet mich suchend bewahre vor dem Übel.
Das Mittelschiff wird aus der Vorhalle durch einen schmalen Eingang betreten.
Die Schmäle kommt dadurch zustande, dass seit 1100 eine Bruchsteinmauer
existiert, welche die Säulenreihe der oberen Kirche stützen. Gleich
links neben dem Eingang findet man ein Wandgemälde der Mariae Himmelfahrt.
In der Wand rechts davon finden sich ursprüngliche Pfeiler des Mittelschiffs,
darunter eine gewundene Säule aus grauem Marmor (bigio). Es folgt das Fresko,
welches die Legende des heiligen Alexius erzählt, der als Sohn eines reichen
römischen Senators aus kindlichem Gehorsam heraus ein wohlhabendes, junges
Mädchen heiratete, dann aber die Stadt verliess und in Edessa (Syrien)
in Askese lebte, bis er in Verwirrung wieder nach Rom floh, als den Bewohnern
von Edessa seine Heiligkeit verkündet worden war. Die Darstellung zeigt
nun das Elternhaus, zu dem Alexius zurückkehrt, von seinem heranreitenden
Vater aber ebenso wenig erkannt wird wie von der Gattin, die aus dem Fenster
schaut. Aus Gastfreundschaft wird ihm aber angeboten, hier zu bleiben, und fortan
lebt er unter den Dienern und schläft unter der Treppe. Erst nach seinem
Tode klärt sich alles auf, und erschüttert betrauern Eltern und Gattin
den Verstorbenen.

Basilica di San Clemente: 2. Jahrhundert (2. Untergeschoss)

Der
Mithras-Komplex ist die dritte Bauschicht von San Clemente, welche durch einen
Eingang in der Schlusswand des Südschiffes betreten werden kann. Am Fusse
der Trepe steht gleich um die Ecke das Vestibül des Tempels. Zwei viereckige
Pilaster aus parischem Marmor mit korinthischen Kapitellen, schwach zu erkennen,
tragen die drei Bögen über dem Eingang, als die Räume für
den Mithraskult im 2. Jh. eingerichtet wurden. Hier mag der Mithras-Altar gestanden
haben, welcher sich jetzt im Triklinium befindet. Daran schliesst sich ein Wohnhaus
an, das bisher noch unerforscht geblieben ist. Nach dem Glauben der mithraischen
Religion war Mithras ein Gott, der aus einem Felsen geboren wurde, um Erlösung
auf die Welt zu bringen. Auf Geheiss Apollos, der seinen Willen durch einen
Raben dem Mithras überbringen liess, zog dieser aus, um einen Stier aus
der Mondregion zu erlegen. Es folgt ein verzweifelter Kampf, in dessen Zuge
es Mithras gelingt, den Stier zu fällen. Aus dem Blute des Stiers spross
nach dem Glauben alles pflanzliche und tierische Leben auf der Erde und brachte
das Prinzip des Guten auf die Erde. Nach der Versöhnung zwischen Mithras
mit Apollo nimmt letzterer Mithras in die himmlischen Gefilde mit.
Ein Flur, welcher das Vestibül von der mithraischen Schule trennt, wird
durchquert, um die öffentlichen Bauten zu erreichen. Auf dieser Seite des
Korridors ist die dicke Abschlussmauer. Etwa 6m dieser Tuffsteinmauer sind noch
nicht ausgegraben. Doch man sieht eine 60cm breite Mauer, welche von Travertinblöcken
umgeben ist und die ganze Westwand und die zwei Seitenwände der Bauten
trägt. Dies ist der Grundpfeiler des ganzen Komplexes von San Clemente
und trägt zugleich drei Mauern der Basilika des 4. Jh. und zwei der neueren
Basilika des 12. Jh.
| Kamera | Canon Eos 10d |
| Objektiv | Canon 17-40mm 1:4 USM L |
| Standort | Basilica di San Clemente, Via di San Giovanni in Laterano (500m vom Colosseo entfernt), Roma, Italia |
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